Das Projekt Streuobstwiesen-Kataster

Ein Informationssystem für Streuobstwiesen in Niedersachsen

Wo kann ich Saft aus regionalem Obst kaufen? Wo in Niedersachsen wachsen noch welche alten Obstsorten? Wie finde ich ehrenamtliche Helfer für die Baumpflege? Wie mache ich meine Streuobst-Produkte bekannt?

Das Projekt "Streuobstwiesen-Kataster" erfasst möglichst viele Informationen rund um Streuobstwiesen in Niedersachsen und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich.

Viele Interessen, eine Plattform

Die Online-Plattform bringt Streuobst-Akteure und interessierte Bürger zusammen. Sie ermöglicht den Informationsaustausch, die gegenseitige Unterstützung der Ehrenamtlichen und die Gewinnung neuer Mitstreiter.

Langfristig will der BUND mit diesem Projekt erreichen, dass die Wiesen erhalten bleiben und neue hinzukommen. Mehr Verbraucher sollen die Produkte nachfragen und mehr Menschen sich für den Schutz dieser Lebensräume einsetzen.

Weitere Ziele des Projektes sind:

  • Unterstützung von Arten- und Biotopschutzmaßnahmen auf Obstwiesen (z. B. Steinkauz, Wildbienen)
  • Planung und Umsetzung von Veranstaltungen rund um die Obstwiesen
  • Aktivierung weiterer Netzwerke, z.B. Schülerfirmen oder Imker

Mitmachen erwünscht!

Die Initiative, eine solche Plattform aufzubauen, kommt vom BUND Landesverband Niedersachsen. Die Informationsplattform ist aber verbandsübergreifend. Alle Institutionen und Menschen, die sich für Streuobstwiesen einsetzen, sind eingeladen mitzumachen.

Ziel ist, dass sich im Laufe des Projektes eine Interessengemeinschaft gründet, die die Informationsplattform nach Projekt-Ende übernimmt und weiterführt.

Streuobstwiesen sind wertvolle Lebensräume

Streuobstwiesen bringen nicht nur wertvolle Obstprodukte hervor, sie sind auch Naturparadiese. Der Lebensraum, den sie bieten, ist besonders struktur- und artenreich. Viele bedrohte Tierarten haben hier eine Heimat: verschiedene Vögel, Fledermäuse, Haselmaus, Garten- und Siebenschläfer.

Blühende Obstwiesen bereichern durch ihre Schönheit unsere Kulturlandschaft. Sie dienen auch als touristische Attraktionen und zur Naherholung in städtischen „Speckgürteln“.

Bedrohung der Streuobstwiesen

In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Streuobstwiesen immer weniger. Einer der Gründe ist die Intensivierung der Landwirtschaft. Äpfel wurden mehr und mehr zum Industrieprodukt, angebaut in Buschobst-Plantagen. Viele Streuobstwiesen gingen auch durch Straßen- und Wohnungsbau und durch die Ansiedlung von Gewerbe verloren.

Der Zeitrahmen

Projektstart war im November 2010. Bis Juli 2012 wurden Informationen für vier Modell-Landkreise erhoben: Lüchow-Dannenberg, Göttingen, Wolfenbüttel und Stade.

In der zweiten Projektphase, August 2012 bis Oktober 2014, wurde das Netzwerk auf ganz Niedersachsen ausgeweitet, Daten aus dem gesamten Bundesland auf der Online-Plattform veröffentlicht.

Technische Umsetzung

Technisch unterstützt wird die Entwicklung der Informationsplattform und des Webauftritts von der Firma IP SYSCON.

Förderer des Projekts

Gefördert wird das Projekt durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung.
Die Stiftung hat ab 2011 unter anderem die Themen „Grüne Inseln im Siedlungsbereich“ und „Streuobstwiesen“ sowie „alte Kultursorten“ als Förderschwerpunkte gewählt.


 

Ausführliche Projektbeschreibung (PDF, 157 KB)